Krankheitsbild, das durch eine erhöhte Eiweißdurchlässigkeit der Nierenkörperchen gekennzeichnet ist und mit vermehrter Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), verminderter Eiweißkonzentration im Blut (Hypoproteinämie), Einlagerung von Gewebswasser in das Unterhautgewebe (Ödeme) und erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipoproteinämie) einhergeht.
Ursache: Ein nephrotisches Syndrom ist in 75–80 % der Fälle durch eine vorangegangene Glomerulonephritis bedingt. Außerdem können Autoimmunkrankheiten, Tumorerkrankungen (z. B. Plasmozytom), Diabetes mellitus, Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Antiepileptika) oder selten Infektionskrankheiten (z. B. Malaria, Hepatitis) zugrunde liegen.
Befund: Typisches Krankheitszeichen sind ausgeprägte Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Augenlidern, im Gesicht und den Beinen; später auch im Bauchraum (Aszites), in der Lunge und im Gehirn. Sie gehen mit einer meist erheblichen Gewichtszunahme einher. Allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit und Schwäche kommen hinzu. Durch den Eiweißverlust kommt es zu einem Mangel an Immunglobulinen und damit häufig zu einer erhöhten Infektanfälligkeit. Es besteht außerdem eine erhöhte Thrombosegefahr. Zur Sicherung der Diagnose werden eine Nierenbiopsie und Blutproben entnommen.
Behandlung: Zunächst steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Nierenschädigende Medikamente werden abgesetzt. Außerdem sollte sich der Betroffene schonen und kochsalzarm ernähren. Zum Ausschwemmen der Ödeme werden harntreibende Mittel verordnet. Zur Vorbeugung einer Thrombose werden Gerinnungshemmer eingesetzt. Infektionen müssen frühzeitig mit Antibiotika bekämpft werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.02.2012
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