erworbene Aktivierung des Blutgerinnungssystems, die zur Bildung von kleinsten Blutgerinnseln (Mikrothromben) in den Gefäßen und zum Verbrauch von Gerinnungsfaktoren mit anschließend gesteigerter Blutungsneigung führt.
Ursache: Eine Verbrauchskoagulopathie kann durch einen Kreislaufschock, schwerste Infektionen, bösartige Erkrankungen, Operationen (v. a. an Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge), schwerste Verletzungen und geburtshilfliche Komplikationen (z. B. Plazentaabriss, Fruchtwasserembolie) ausgelöst werden.
Befund: Neben den Symptomen der Grunderkrankung treten oft heftige Haut- und Schleimhautblutungen, Nachblutungen, Magen-Darm-, Nieren- oder Gehirnblutungen auf. Die Mikrothromben verursachen Durchblutungsstörungen, die zu einem Organversagen führen.
Behandlung: Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. Eine Hemmung der Blutgerinnung soll der Mikrothrombenbildung entgegenwirken. Bei starker Blutung müssen Gerinnungsfaktoren und evtl. auch Thrombozyten ersetzt werden. Das Krankheitsbild erfordert meist eine intensivmedizinische Betreuung.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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