Bruch des Oberschenkelknochens nahe dem Hüftgelenk.
Ursache und Einteilung: Der Schenkelhalsbruch entsteht meist bei älteren Menschen, deren Knochen durch einen vermehrten Knochenabbau (Osteoporose) verändert sind. Die häufigste Ursache ist ein seitlicher Sturz auf die Hüfte. Nach der Bruchlinie wird zwischen seitlichem (lateralem) Schenkelhalsbruch, bei dem der Bruch außerhalb der Gelenkkapsel liegt, und medialem, dem innerhalb der Gelenkkapsel gelegenen Schenkelhalsbruch unterschieden. Die Zuordnung nach Pauwels in Grad I–III wird nach dem Winkel zwischen Bruchlinie und Horizontale festgelegt.
Befund: Der Betroffene klagt über Schmerzen in der Leiste, eine Belastung der Hüfte ist unmöglich. Das Bein liegt in Außendrehung und wirkt bei der Untersuchung kürzer als das andere.
Behandlung: Bei eingestauchten Brüchen (selten) ist eine Behandlung mit 1–2 Wochen Bettruhe und anschließender Mobilisierung und Belastung ausreichend. Alle anderen Schenkelhalsbruch müssen operiert werden. Bei jüngeren Betroffenen wird eine Schenkelhalsnagelung (Osteosynthese) mit Zugschrauben, Winkelplatten oder einer dynamischen Hüftschraube durchgeführt. Letztere ist eine im Hüftkopf zentrierte Schraube, die in einer am Oberschenkelknochen fixierten Platte gleitet.
Bei älteren Menschen (ca. ab dem 65. Lebensjahr) erfolgt die Versorgung mit einem künstlichen Hüftgelenk (Totalendoprothese, Abk. TEP), die eine sofortige Mobilisierung erlaubt und so der Gefahr einer Thrombose oder Lungenentzündung vorbeugt. Bei bettlägerigen oder sehr alten Menschen wird wegen des geringeren Operationsrisikos eine Hüftkopfprothese eingesetzt.
Komplikationen: Mögliche Komplikationen sind das Absterben des Hüftkopfes und die Entwicklung eines Falschgelenkes bei ausbleibender Knochenbruchheilung.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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